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Caelum est Finis! - Der "AMD Dragon" Desktop PC

CPU

Wir benutzen ihn ständig als Vergleichsmittel. Wir zählen ihn in fast jeder Tabelle auf. Wir stellen ihn mit Intel auf eine Stufe, doch lange blieb er im Dunkeln. Heute ist er endlich da.

Der AMD Dragon Desktop PC. Die Plattform setzt sich aus einer Phenom II CPU, einer Grafikkarte der 4800-, oder 5800- Serie und dem 790FX Chipsatz zusammen. Wir untersuchen, ob der Drache nur heiße Luft, oder tatsächlich Feuer speit.

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Systemkomponenten:

Die Einzelteile im Überblick

CPU CPU Schachtel RAM Schachtel RAM

Bevor sie nun zu schreien und zu demonstrieren beginnen, lassen sie sich aufklären. Einige könnten den Einspruch erheben, ein AMD Phenom II X2 erfülle nicht die Kriterien um "Dragon" genannt zu werden. Nun, da mögen sie Recht haben. Aber weil wir Schlitzohren sind, schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe und machen aus einem X2 einfach einen X4 - den Phenom II X4 B50. Oder einfacher: ein "unlocked" Phenom II X2. Die Black Edition zeichnet sich durch den frei wählbaren Multiplikator aus, weswegen Overclocking zum Kinderspiel wird, ohne ständig den CoreTakt, in Verbindung mit dem Ram-Takt im Auge behalten zu müssen. Gott sei Dank, bleibt das auch so nach dem freischalten aller vier Kerne auf dem Die. Möglich ist dies nur mit Hilfe der 790FX/SB750, die nach wie vor die Flaggschiffe des Hauses AMDs im Mainboard- Segment sind. Im BIOS finden sie unter "A.A.C.", auch genannt "Advanced Clock Calibration", eine Einstellung die die Firmware von AMD überschreibt, und so mit ein wenig Glück, aus Zwei, vier Kerne macht.

EKL EKL EKL Schachtel

Geld regiert die Welt, weswegen wir zu aller erst zu den Preise kommen wollen. Allein Mainboard, CPU und Arbeitsspeicher kostete insgesamt 319,18€, mit Lüfter von EKL 346,17€. Für einen gesamten Dragon- PC geben sie also mindestens 669€ aus, wenn sie hochwertige Komponenten verwenden. Für einen Desktop der gehobenen Klasse wirklich kein Geld. Für ca. 150€ mehr bekommen sie einen i7 auf dem Sockel 1156. Wohl gemerkt, wir haben hier relativ günstig gerechnet und uns an vorweihnachtliche Preise gehalten.

MB Schachtel MB Schachtel MB Schachtel MB Schachtel

  Plattform AMD (AM3) Plattform Intel (1156)
CPU von 71€ - 145€ von 156€ - 494€
Mainboard von 150€ - 170€ von 88€ - 330€
RAM von 50€ - 1300€ von 50€ - 1300€
Gesamt 271€ - 1615€ 294€ - 2124€

Was sie letztendlich bekommen, hängt offensichtlich von ihrem persönlichen Geschmack und Geldbeutel ab. Sparfüchse, denen jeder Cent lieb und teuer ist, werden allein anhand der Zahlen eher zu AMD tendieren. Verwunderlich ist nur der sehr knappe Unterschied der beiden Hersteller. AMD erwies sich über Jahre hinweg, als die günstigere Wahl, was nun von geringen 20€ nicht mehr gesagt werden kann, wenn man das "open end" der High-End Komponenten Intels mal außer Acht lässt. Wie es aber genau mit den Leistungsunterschieden aussieht, zeigen wir später im Leistungscheck.

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Das Mainboard - Gigabyte GA-MA790FXT-UD5P

Mainboard Vergleich

Kommen wir vorerst zum Mainboard. Getragen werden die Komponenten vom bereits erwähnten Gigabyte GA-MA-790FXT-UD5P, das eine 790FX Northbridge und eine SB750 als Southbridge besitzt.

Die SB750 ist für das PCI Interface, 12xUSB 2.0, HD Audio, 6x SATA, A.A.C, sowie Raid (0,1,5,10) zuständig und ist über den sogenannten A-Link Express 2.0 an den 790FX Chip angebunden. Dieser kümmert sich hauptsächlich um die Anbindung der PCIe Interfaces, welches standardmäßig zweifaches x16 PCI Express 2.0 via CrossfireX, oder sechs PCIe 1x verwalten kann. Außerdem wird Quad ATI CrossfireX unterstützt, wobei den PCIe- Karten nur noch 8- Pfade übrigbleiben, was bei insgesamt 32 vorhandenen Pfaden nur logisch ist. Quad CrossfireX finden wir aber nicht auf diesem Gigabyte Mainboard. Diese aufgezählten Eigenschaften gleichen sich sowohl bei AM2+ Mainboards, als auch bei AM3 Mainboard. AM3 hat den Vorteil des HyperTransport 3.0, als Kommunikations- Link zwischen zwei geschlossenen Schaltkreisen, also hier CPU und 790FX, und des DDR3 Speichercontrollers. So gesehen, soll das Mainboard bessere Energieeffizienzeigenschaften besitzen, als seine Vorgänger und dabei, dank der "Advanced Clock Calibration", Overclocking- Enthusiasten ansprechen. Nicht zu vergessen die Quad CrossfireX Unterstützung.

8Pin PCI ATX 790FX

Gigabyte entschied sich für ein wirklich hübsches, aufgeräumtes Lauyout der Platine, und verpasste dem Mainboard durchgehend Silber und Blautöne. Die Stromversorgung kommt über einen normalen 20+4 ATX- Stecker und über einen 8-Pin, der in der Nähe des Wechselrichterkühlkörpers angesteckt wird. Die Kühlkörper auf dem Board sind übrigens aus vernickeltem Kupfer, und gewährleisten so eine wirklich gute Wärmeableitung.

AM3 Schrift HT3.0 Ultra Durable

Der Sockel für die CPU umfasst insgesamt 941 Kontaktstellen, wobei die AM3 Prozessoren selbst nur über 938 "Beinchen" besitzen. Wer sich korrekt erinnert weiß, dass der AM2+ Sockel 940- Pins fasste. Kommen sie aber nicht auf die Idee AM2+ CPUs auf den AM3 zu setzten. Sie können nichts mit dem DDR3 Interface anfangen. Anders sieht es bei den neuen AM3 Phenom II und Athlon II CPUs aus. Diese können sehr wohl auf einem "alten" Mainboard platziert werden -sind also abwärtskompatibel- und unterstützen sowohl DDR2, als auch DDR3. Ideal für User -die sich nur schwer teure Gesamtanschaffungen leisten können- haben so die Möglichkeit, Schritt für Schritt auf die neue Plattform Generation umzusteigen.

Anschlüsse PCI 1x Schrift LPT

Inklusive CPU PWM Lüfteranschluss, können über zwei 3-Pin und ein weiterer 4-Pin Lüfter an das Board angeschlossen werden. Ausreichend, um sein System zu kühlen. Im BIOS können sie "Voltage", "PWM" oder "Auto" auswählen. Die restlichen Anschlüsse am Mainboard, sowie an der Anschlussplatine, lassen keine Wünsche offen. Optical-Out, Coaxial, PS/2 für MAus und Tastatur, 1x 4- Pin/1x 6- Pin Firewire, 2x RJ-45 LAN, 8x USB 2.0, und 7.1 Surround Sound über Realtek ALC889 sind extern vorhanden, intern finden sie COM, LPT, 4x USB, 1x Firewire, 6x SATA II über die SB750 und 4x SATA II über den Gigabyte JMB322 Controller, PATA, Floppy. Die Bilder unten zeigen eine kleine Besonderheit des Gigabyte Motherboards. Es besitzt Power-, Reset-, und einen BIOS-Clear- Button direkt auf der Platine. Sie lassen sich sehr gut erreichen und sind tausendfach ergonomischer, verglichen zum MSI P45 Platinum. Leider sind die Knöpfe, dass einzige was dem Brett aus Silizium Licht spendet. Zusätzliche, kleine Kritikpunkte kommen auf..

Das was Gigaybte an Zubehör beilegt, ist einfach nur das Nötigste. Zwei Aufkleber, IDE- Kabel, Floppy- Kabel, 3x SATA Kabel, eSATA Anschluss Board, wobei letzteres auch einen externen SATA Stromanschluss mit den nötigen Kabeln mitbringt. Nicht schlecht, aber eine CrossfireX- Bridge oder ein paar Adapter hätten nicht geschadet. Bleibt nur noch die Frage, warum Gigabyte die Schriftzüge auf dem Mainboard auf den Kopf gestellt hat... dies werden wir wohl nie so ganz verstehen. Da die Mängel aber eher nichtig sind, ist das Ga-MA-790FXT- UD5P ein sehr gutes Mainboard. (5/5)

Highlight Highlight Zubehör Panel

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Ein Berg von Lüfter - EKL Alpenföhn "Groß Clock'ner"

GC1 EKL Pipes

Viele Magazine und Hardware- Reviews haben bereits gezeigt, dass der "Groß Clock'ner" von EKL Alpenföhn einen hohen Luftdurchsatz und somit gute Kühlleistung bringt. Für unseren Dragon spendierten wir feine "Pasta" aus dem Hause Gelid. Die GC-1 kann von ihrer Leistung mit der Noctua HT-H1 oder MX-2 von Artic Cooling verglichen werden und ist unserer Meinung nach eine hervorragende Wärmeleitpaste. Bedingt durch das hohe Gewicht von 718 Gramm des CPU Lüfters, befürchteten wir erst, dass die Montage etwas schwieriger werden könnte. Doch die Klammern für den AM2/AM3 Sockel verrichten einen zuverlässigen Dienst und hielten den Alpenföhn an Ort und Stelle. Achten sie beim Einbau bitte darauf, dass sie zuerst die Arbeitsspeicher einsetzten und erst danach den Lüfter montieren. Der Lüfter des Groß Clock'ner stand weit in den Bereich der RAM-Riegel hinein, und verhinderte so ein ordentliches Einsetzten der Speicher. Weil wir nicht mitdachten, mussten wir den Lüfter nochmals von den Klammern lösen. Übrigens ist der Lüfter nicht wie sein großer Bruder "Brocken" mit Antivibrations- Pads ausgestattet und ist so minimal lauter. Von "laut" können wir aber wirklich nicht sprechen: max. 25,5 dB. Aber nun endlich auf zu den Benchmarks.

RAM RAM

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Stromverbrauch und Emissionen

Fast zu klein für ein eingenes Unterkapitel, aber dennoch sollte es Erwähnung finden: Der Energiebedarf. Um es übersichtlicher zu gestalten, sind die Daten in einer Tabelle angeordnet.

  Phenom II X2 (AM3) Phenom II X4 (AM3) Phenom II X2 (AM2+)
Idle 139,3 Watt 139,3 Watt 160 Watt
Office/Web 140,0 - 158,4 Watt 140,1 - 178,6 Watt - - -
Prime 95 185,5 Watt 228,9 Watt ---
Everest FPU Julia 178,6 Watt 218,3 Watt 212,0 Watt
Furmark 249,3 Watt 248,0 Watt ---
3DMark06 232,6 - 244,0 Watt 235,6 - 250,0 Watt ---
Call of Duty: MF2 245,7 Watt 257,3 Watt ---

Durchschnittlich verbraucht der Phenom II als Quadcore 20,36 Watt mehr, als sein Dual Core Bruder. Sieht man sich, zum Beispiel, eine Anwendung an, die nur den CPU beansprucht, etwa so, wie Prime 95, liegt der Verbrauch um 43,4 Watt höher, was genau die TDP zwischen Phenom II X4 950/955 (125Watt) und Phenom II X4 940/945 (120 Watt)entsprechen würde: 123,4 Watt, nach altem Stepping- Verfahren in C2. Wir bitten die fehlenden Daten des AM2+ Sockels zu entschuldigen. Wir hatten damals mit dem Bios des Boards Schwierigkeiten, was den hohen Idle Verbrauch erklären könnte, wegen nicht funktionierenden "Cool'n Quiet".

Die Temperatur im Quad-Core Betrieb liegt Idle bei guten 30°C Grad, und Load in Prime 95 bei 46°C Grad. Als X2 550 BE natürlich, erwartungsgemäß niedriger, mit Idle 30° Grad und Load nur 40°C Grad.

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Die Leistungsdaten - Ein zusammengebauter "Dragon"

Dragon Dragon Dragon

Um die Benchmarks möglichst gut durchführen zu können, haben wir im Gehäuse, dass leider das Corsair 520HX Netzteil standardmäßig oben besitzt, zwei Silverstone Suscool 80mm spendiert, sowie einen Ventus Ice Pro 120mm in der Front. Die Seitenwand mit Window beherbergt auch einen Ventus Ice allerdings im 80mm Format. Die Kühleigenschaften des no-name Gehäuses konnten zwar so gesteigert werden, aber dennoch fällt es in ihrer Leistung weit hinter dem Antec Three Hundred zurück. Listen wir zuerst die CPU-Z Werte auf, um zu zeigen, wie sich der Prozessor mit der neuen Firmware verhält.

CPU-Z

Sowohl als Quad-, wie auch als Dual- Core tacktet sich die CPU Idle auf ungefähr 800 MHz pro Kern herunter, indem der Multiplikator auf 4 gesetzt wird. Load springt der Multi bei Beiden auf 15,5 x 200 MHz, was logischer Weise die angegebenen 3,1 GHz ergibt. Das "A.C.C" hat laut CPU-Z also tatsächlich, aus dem X2 einen X4 werden lassen, wie das Programm im unteren Bereich des Fensters anzeigt. Sehen wir uns nun die Everest Ergebnisse an.

Everest Ultimate v.5.30

  Phenom II X2 550 BE (AM3) Phenom II X4 B50 (AM3) Phenom II X2 550 BE (AM2+)
RAM Read 8030 MB/s 8046 MB/s 7000 MB/s
RAM Write 6685 MB/s 6686 MB/s 6900 MB/s
RAM Copy 10499 MB/s 10566 MB/s 8100 MB/s
RAM Delay 55,1 ns 55,2 ns 59,4 ns
CPU Queen 11489 19354 11494
CPU Photoworx 17353 29287 14347
CPU Zlib 41403 KB/s 82059 KB/s 41215 KB/s
CPU AES 11230 22457 11134
FPU Julia 4177 8367 4178
FPU Mandel 2703 5244 2694
FPU Sin Julia 1357 2716 1358

Einige Infos von Everest:

Schöne Daten, nicht wahr? Was natürlich sofort ins Auge sticht, sind die Arbeitsspeicher-Bandbreiten Ergebnisse. Der Unterschied von DDR2 auf der AM2+ Plattform zum DDR3 auf der AM3, unterscheidet sich im Bereich von 1 bis 2 GB pro Sekunde mehr, zugunsten der neuen Plattform. Bis auf etwas schlechtere Werte im Schreiben, gewinnt der DDR3 auf ganzer Linie. Die Speicherverzögerung sinkt sogar um über 4 Nanosekunden. Ansonsten bleiben die Unterschiede relativ gering, bis auf CPU Photoworx, das den Arbeitsspeicher im Test mit einbezieht und so höhere Wertungen erzielt.

Interessanter ist eher die Tatsache, dass die CPU Leistung effektiv um 100% gestiegen ist, sobald die restlichen zwei Kerne freigeschaltet wurden. Der Auslesefehler von CPU-Z, dass in einer früheren Version den Phenom II X2 550 BE nicht als "Callisto" sondern als "Daneb" erkannte, ist also bei weitem nicht so falsch, wie vielleicht angenommen. Ein "Daneb" ist ein "Daneb" ist ein "Daneb"... Sehen wir doch mal, ob man nun wirklich von einem High-End CPU sprechen kann.

  AMD Phenom II X4 B50 (AM3) Intel Core i7- 860 (1156)
RAM Read 8046 MB/s 12962 MB/s
RAM Write 6686 MB/s 10878 MB/s
RAM Copy 10566 MB/s 15136 MB/s
RAM Delay 55,2 ns 53,1 ns
CPU Queen 19354 24595
CPU Photoworx 29287 33958
CPU Zlib 82059 KB/s 93346 KB/s
CPU AES 22457 23406
FPU Julia 8367 12321
FPU Mandel 5244 6708
FPU Sin Julia 2716 5501

Das Vergleichssystem von Intel besitzt den gleichen Arbeitsspeicher, die gleiche Grafikkarte von ATI (HD4850OC), aber das P7P55D Mainboard von Asus und einen Core i7-860 als CPU(Sockel 1156). Allerdings war das gewählte Betriebssystem eine 64bit Version, wobei wir in absehbarer Zukunft diesen Bericht updaten werden, ob dadurch ein großer Leistungsvorsprung entstand.

Bevor sie anhand der Ergebnisse den Phenom II X4 B50 voreilig verteufeln, sehen sie sich die Ergebnisse nochmals genauer an. Der Unterschied ist, zugegeben, bei gleichem Arbeitsspeicher von A-Data DDR3-1333 (667 MHz) Gaming Series bei CL8 natürlich enorm. Es werden beim Core i7-860 auf dem Socket 1156 fast 4 GB/s mehr in Lesen, Schreiben und Kopieren erzielt. Außerdem ist die Verzögerung nochmal um gute 2,1 Nanosekunden niedriger. Intel hat hier eindeutig das bessere Speicherinterface. Was auch um einiges besser in den Benchmarks von Everest abschneidet, ist die FPU von Intel. Die Gleitkommaberechnungseinheit punktet hier um fast 2000 Marks höher, als die des Phenom II. Doch alle anderen Ergebnisse sind nicht Lichtjahre von einander entfernt. Nur um unseren Standpunkt richtig zu verstehen, noch ein kleines Statement:

Wir sagen nicht, dass der Phenom II besser ist, oder in der einen oder anderen Anwendung trumpfen könnte. Nein, wir sagen nur, dass es sich hier um einen CPU handelt der für 71,39€ erworben werden kann, wobei Intels Pedant für sage und schreibe 232,70€ über die Ladentheke geht.

  AMD Phenom II X4 B50 (AM3) AMD PII X4 OC 3,8 GHz
RAM Read 8046 MB/s 10891 MB/s
RAM Write 6686 MB/s 6890 MB/s
RAM Copy 10566 MB/s 8203 MB/s
RAM Delay 55,2 ns 54,1 ns
CPU Queen 19354 23728
CPU Photoworx 29287 31662
CPU Zlib 82059 KB/s 100220 KB/s
CPU AES 22457 27484
FPU Julia 8367 10245
FPU Mandel 5244 6434
FPU Sin Julia 2716 3331

Auweh, aber fast. In manchen Bereichen kann der übertaktete X4 B50 dem i7-860 bereits das Wasser reichen, jedoch reicht es selbst mit 4x 3,8 GHz noch nicht aus, um einen Sieg einzufahren. Aber mal ehrlich, das hat eigentlich auch niemand erwartet oder sogar nur erträumt zu denken. Leider kommt hier der Wermutstropfen des "Unlocked" X4 ins Spiel. Wir konnten nur die Everest-Benchmarks ausführen, hatten aber immer wieder mit völlig unlogischen Systemabstürzen zu kämpfen. Selbst bei nur minimal erhöhtem Takt, stürzte unser System auch im Idle Betrieb ab. Lies man alle Einstellungen auf Standard und änderte nur die Firmware auf "Hybrid", lief unser "Dragon" einwandfrei. Wie vermuten, dass die "Advanced Clock Calibration" mit der Einstellung "Hybrid" einfach nicht mehr korrekt arbeiten kann, sobald andere Bios- Settings vorgenommen werden. Wer also das unglaubliche Glück besitzt einen XII 550BE sein Eigen nennen zu dürfen, der sogar als X4 noch ohne Probleme übertaktbar bleibt, der sollte ihn glatt, samt Sockel vergolden lassen... bei den Ergebnissen.

338,27€ für die komplette AM3 Plattform, oder für das System auf dem Sockel 1156 465,60€ ausgeben. Der finanzielle Unterschied macht eine potente Grafikkarte aus, die bei Games, ohnehin den längeren Hebel hat, als Arbeitsspeicher und CPU zusammen. Wer also Geld hat, natürlich Intel. Doch wer Leistung und Preis in einem "phenomenalen" Verhältnis sucht, wird kaum an AMD vorbeikommen. Jetzt wissen sie bestimmt, was wir von den wenigen Punkten mehr, in den ein, oder anderen Benchmarks halten. Kommen wir zu Cinebench.

Cinebench R10

  Phenom II X2 550 BE Phenom II X4 B50 Core i7- 860
Open GL 7021 7114 8378
Singel Core 2825 2829 4595
Multi Core 5339 9976 16710

Hier greift die Hyper Threading Technology von Intel. Beim Test des Light Ray Tracing Programms Cinebench R10, kann beim "Erstellen" des Bilds förmlich zugesehen werden. Durch den Vorteil zu den bereits vier Kern bedingten Threads, weitere vier benutzen zu können, ist Intels i7-860 fast doppelt so schnell, wie der freigeschaltete Phenom II mit vier Kernen, aber nur insgesamt vier Threads.

Passmark v.7.0

  Phenom II X2 550BE Phenom II X4 B50 Core i7-860
CPU Mark 1708,0 3366,0 4515,5
2D Mark 360,0 369,5 345,9
3D Mark 1534,9 1486,4 1600,6
Memory Mark 729,8 732,2 1091,5
Disk Mark 515,8 512,1 776,3
Gesamt 991,7 1249,1 1577,7

Unser "Dragon" leidet ein wenig an seinem lahmen Hirn... die in die Jahre gekommene Spinpoint T166 von Samsung liest und schreibt gerademal mit 70 MB/s. Die Spinpoint F3 im Intel System hingegen schafft 94,1 MB/s Lesen und 116,0 MB/s Schreiben. Lässt man die Festplatte aber außer Acht, liegen die Ergebnisse auch hier nicht sehr weit auseinander. Zumindest nicht so weit, wie noch bei der Einführung des Sockel 1366, gegen das damalige AMD Flaggschiff 940 BE fü AM2+,als der Vorteil Intels einige 100% Marken knackte. Wir möchten außerdem die weit voneinander abweichenden Werte in der 3D Leistung entschuldigen. Die Ergebnisse sollten eigentlich so gut wie gleich sein, aber es gab Probleme mit den "Overclocked"- Einstellungen der Grafikkarte. Um vom Core-i7 kurz abzukommen, müssen wir aber sagen, dass es beachtlich ist, was allein durch eine kleine BIOS Einstellung am AM3 System bewirkt wurde. Von einem Mainstream/ Low-End CPU für den preisbewussten User, wurde ein High- End System mit traumhaften Benchmark- Wertungen und umso besserer Preis/Leistung. 70€ halten bei 230€ mit! So etwas gabs noch nie.

Futuremark 3DMark06

  Phenom II X2 550 BE Phenom II X4 B50 Core i7-860
SM 2.0 5408 5433 5481
SM 3.0 6384 6394 6320
CPU 2589 4379 5127
3DMarks 12370 14045 14425

Wie das 3DMark06 sehr schön zeigt, kann man einen noch so potenten CPU besitzen, aber irgendwann ist mit dem Performancevorteil bei gleicher Grafikkarte einfach Schluss. Wenn es allerdings darum geht, die Leistung einer Grafikkarte voll auszuschöpfen, sieht man, dass sehr wohl durch eine gute CPU bis zu 2000 Punkte mehr erreicht werden können. Gehören sie also eher der Gattung Gamer an, sollte ihnen klar sein, welche Komponente, die wichtigste für sie ist, bzw. in der Priorität weit oben stehen sollte. Das Core i7 System hingegen, wurde vom User in sofern gut auf sich abgestimmt, da es mit vielen Anwendungen gleichzeitig und mit Video/Schnitt und Fotobearbeitung zurecht kommen musste, dort punktet der i7 gewaltig. Tom's Hardware verfasste hierzu einen sehr guten Bericht.

Sandra09

Die Bilder von Sandra09 sprechen eigentlich für sich, da das Programm bereits Datenbänke enthält. Wir haben einfach die Daten anderer Phenom II CPUs mit dem X4 B50 verglichen und kamen auf den Schluss, dass er potenter als der Phenom II 940/945 ist, und sogar an den Phenom II 950/955 herankommt. Ganz klar, bei einem Takt von 4x 3,1 GHz: Unterschied von gerademal 100 MHz.

Furmark v.1.7.0

Die Ergebnisse von Furmark sind sehr interessant. Oder auch nicht. Aber nun endlich zu den Games und den Unterschieden von Quad- zu Dual- Core.

Die Games

Die oberen drei Bilder zeigen Call of Duty: Modern Warfare 2 auf 1680x1080 Pixeln, alles auf High, 4x AA und 8x AF. Diese Einstellung hielten wir sowohl beim X2, als auch beim X4 ein. Das Benchmarktool "Fraps" half uns bei der Ermittlung der "frames per second". Das zweite Spiel, welches wir für die Tests benutzten, war Operation Flashpoint 2: Dragon Rising. Auch hier wählten wir die höchsten Einstellungen, 8xMSAA und 8x AF, auf 1680x1080 Pixeln. Bei den folgenden Bildern, haben wir bewusst immer die gleichen Stellen im Spiel zur Auswertung genommen, um zu zeigen, was ein Prozessor in einem Spiel erzeugt, bzw. wie er sich bemerkbar macht.

Phenom II X2 Phenom II X4
MF2 MF2
MF2
OP2 OP2
OP2 OP2

Einen wirklich großen Unterschied bei Games aller Art, es sei denn, sie spielen Strategie-Spiele, bei dem der CPU eine etwas größere Rolle einnimmt, wird ihnen der Frameunterschied von ungefähr 4 bis 10 FPS kaum auffallen. Eines was aber sofort bemerkt wird, ist die kürzere Ladezeit vor den Einsätzen. Zeitlich gesehen, ist es aber auch nicht weltbewegend und liegt bei 5 bis 20 Sekunden. Gamer können also auch mit einem Dual-Core immer noch sehr gute Ergebnisse in Spielen erzielen. Wobei die Zeiten sich langsam ändern, und Games wahrscheinlich immer mehr auf einen Quad-Core setzten werden. GTA IV machte es vor.

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Fazit

Wie drückt man Begeisterung in Textform aus? Wenn wir nun einfach 10 Zeilen lang einen einzigen Vokal schreiben, werden sie kaum etwas damit anfangen können. Deswegen versuchen wir es eben auf die gesetzte Art und Weise.

Der Phenom II ist ein wirklich guter Prozessor des Herstellers AMD. Nach langer Zeit, des ständig "im Schatten der Core 2 Duo"-Stehens, haben es die Phenom II nun doch geschafft, direkt "hinter" den Core i7 und Core i5 aufgezählt zu werden. Der Leistungstest hat gezeigt, dass es sogar ein Core i7-860 nicht ganz kalt lässt, was der kleine 70€ Prozessor, so zu bieten hat. Natürlich ist es ein glücklicher Umstand, dass Dank der SB750 und "A.C.C", aus einem DualCore, schwupp-die-wupp, ein Quad-Core wird. Leider ist dies auch nicht die Regel, aber doch sehr, sehr häufig der Fall. Die Overclocking-Versuche haben gezeigt, dass es dann eben doch Tücken und Macken, der "unlocked" CPUs gibt.

Was hat uns nicht gefallen? Nun, ein Drache will gefüttert werden, und anscheinend braucht er eine relativ hohe Startenergie, um überhaupt Feuer spucken zu können. Wir sprechen vom hohen Idle- Stromverbrauch mit ca. 140 Watt, egal welche Eigenschaften -ob X2 oder X4- der CPU auch besitzen mag. Intel macht es hier deutlich besser, und zeigt, dass ein E8200, der gut mit dem PII X2 550BE verglichen werden kann, auch mit 74,4 Watt Idle locker auskommt. Vom Gesamtsystem finden wir nur die Festplatte etwas lahm, aber sind ansonsten wunschlos glücklich.

Tolle Leistung in allen Bereichen, preislich kaum zu schlagen, und vom Stromverbrauch auch schonend für den Geldbeutel. Tja, wir können es leider nicht verheimlichen, aber der AMD "Dragon" hat es uns angetan.

Testergebnis: SEHR GUT

Preis/Leistung: HERVORRAGEND

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