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Vertrauen in den Markt?

Sollte man besser nicht haben. Gewiss können sich viele Leser bereits als Profi- Konsumenten bezeichnen, und wissen so bereits einige Tricks der Verkäufer, um die Ware unter die Leute zu bringen. HDTV Fernseher sind zurzeit in aller Munde, und immer mehr Zahlen tummeln sich auf den Prospektblättern. Doch das diese Zahlen eigentlich so gut wie nichts bedeuten, zeigt ein Artikel von DisplayMate (Englischkenntnisse erforderlich). Dessen zufolge sind steigende Hertz- Werte (z.B. 120 Hz, 200Hz) kein Garant für bessere, flüssigere Wiedergabe von Filmen und anderen Medien.

Eine kurze Erklärung zu der eigentlichen Problematik. Motion Blur, also Bewegungsunschärfe entsteht durch die Verzögerung der einzelnen Pixel, die mit Hilfe von Spannung im Display verschiedene Zustände annehmen, wie z.B. Weiß oder Schwarz. Dies wird übrigens durch eine Drehung dieser Kristalle erreicht, die damit verschiedene Wellenlängen aussenden können, oder einfach, andere Farben. So wird auch die Angabe der Reaktionszeit gemessen: Schwarz zu Weiß zu Schwarz. Aber leider sind diese Werte eher unrealistisch, da in Filmen, wesentlich kleinere Unterschiede und Nuancen dargestellt werden müssen: der Grau-zu-Grau Wert. Um diese Verzögerung zu umgehen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Overvolting ist eine davon. Hier werden die einzelnen Kristalle im Panel einfach für eine kurze Zeit unter Hochspannung gestellt, was deren Verhalten beschleunigt. Problem: Es kann zu Artefaktbildung kommen und anderen unschönen Dingen, die man nicht gerade sehen will. Die andere Möglichkeit ist 100Hz. Durch eine höhere Bildwiederholungsrate, wird so dem Auge eine schnellere Bewegung vorgetäuscht. LCDs sind ja keine Flimmerkisten a la Braunschen Röhre. Bei denen ein Photonenstrahl unsere Netzhaut trifft. LCDs haben ganz normale CCFL Röhren als Leuchtmittel, hinter dem eigentlich wichtigen Bauteil, dem Panel/Display. Bei 100 Hz werden synthetische Zwischenbilder vorberechnet und zwischen den "echten" Bildern eingebaut. Somit steigt die Anzahl der wiedergegebenen Bilder an und schnelle Bewegungen erscheinen flüssiger.

Kernaussage des Artikels wird viele Technikfreaks ins Grübeln und Zweifeln treiben. Denn einen Aufpreis für Geräte mit 120Hz/240Hz und aufwändigen, integrierten Bildberechnungsprogrammen zu bezahlen, lohnt sich nicht die Bohne. So gut wie alle Hersteller haben die anfänglichen Kinderkrankheiten der LCDs auf ein Level gehoben, bei den nun unser menschliches Vermögen zu Sehen, immer mehr in den Vordergrund tritt, wenn es um Defizite in der "Bildqualität" geht.

Quelle: Displaymate.com, hartware.net

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